Innensenator Körting empört über Schwulen-Hetze

Montag, 27. Oktober 2008 23:45

Berlins Innensenator Ehrhart Körting hat mit Empörung auf einen homosexuellenfeindlichen Artikel reagiert, der im deutsch-arabischen Gratis-Magazin "Al-Salam" erschienen war. Die Polizei soll nun ein Strafverfahren wegen Volksverhetzung gegen den Autor und den Verleger prüfen.

Der kritisierte Artikel erschien bereits in der April-Ausgabe des deutsch-arabischen Gratis-Magazins "Al-Salam". Titel: "Ein fleischfressendes Bakterium und geschlechtliche Anormalität". Als Autor wurde Muhammed Lujain al-Zayn genannt. In dem Text würden Homosexuelle Verbrecher genannt, die von tödlichen Krankheiten befallen würden und denen man nicht die Hand reichen dürfe, kritisierte der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD). Unterschwellig legitimiere der Autor Gewalt gegen Schwule bis hin zu ihrer Tötung. Das Magazin "Al-Salam" wurde in Geschäften gratis ausgelegt. Der Berliner Najjar Verlag, in dem das Blatt erscheint, nahm zunächst keine Stellung zu den Vorwürfen.

 
 

Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) hat nun mit Empörung auf den homosexuellenfeindlichen Artikel reagiert. In einem Schreiben an den Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg teilte der SPD-Politiker mit, er habe den Artikel dem Polizeipräsidenten mit der Bitte übermittelt, ein mögliches Strafverfahren wegen Volksverhetzung gegen den Autor und den Verleger zu prüfen. Es gehe nicht um ein Kavaliersdelikt. Der LSVD veröffentlichte das Schreiben am Montag im Internet.

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"In dem Artikel werden Homosexuelle beschimpft, böswillig verächtlich gemacht und verleumdet; darüber hinaus sind einige Äußerungen des Verfassers geeignet, in friedensstörender Weise zum Hass gegen Homosexuelle aufzustacheln. Besonders empört hat mich die Aufforderung des Verfassers, Homosexuellen wegen der an ihren Händen befindlichen Keime und Bakterien nicht mehr die Hand zu geben und sich von ihnen fernzuhalten", schrieb Körting. Derartige Äußerungen seien "in einer friedlichen und toleranten Gesellschaft nicht hinnehmbar".

Der Verband will den Artikel und Körtings Brief auch beim Runden Tisch "Gemeinsam gegen Homophobie" zur Sprache bringen, den der Berliner Integrationsbeauftragte Günter Piening und die Landesstelle für Gleichbehandlung an diesem Dienstag im Roten Rathaus veranstalten. Unter Homophobie versteht man die krankhafte Angst vor und die Abneigung gegen Homosexualität.

Der Integrationsbeauftragte Piening hatte den polizeilichen Staatsschutz bereits im August um eine Bewertung des Artikels gebeten. Der LSVD beklagt seit Langem homosexuellenfeindliche Tendenzen bei muslimischen Organisationen und Institutionen.dpa/sei

 
 

Eingefügt aus <http://www.morgenpost.de/berlin/article965711/.html>

 
 

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