Verkehrs-Regeln: Radfahren nach Vorschrift – B.Z. – Berlins größte Zeitung

 

Verkehrs-Regeln

Radfahren nach Vorschrift

01. Juni 2009 21.20 Uhr, Kerstin Butenhoff

Handytelefonate, Helmpflicht, Musik hören. Was Biker dürfen und was Verstöße kosten.

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Wer lieber mit dem Rad als dem Auto fährt, um Geld zu sparen und etwas für die Fitness zu tun, muss die wichtigsten Verkehrsregeln kennen. B.Z. hilft Ärger und Unfälle zu vermeiden.

● Wo darf ich fahren?
Als Radfahrer muss man auf gekennzeichneten Radwegen fahren (§2 Abs. 4 der StVO). „Doch nur wenn diese Zeichen wirklich aufgestellt sind, haben sie Gültigkeit“, erklärt Bettina Cibulski, Pressesprecherin des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs ADFC.

Tipp: Auf den Weg gemalte Zeichen haben nur hinweisenden Charakter, entschied das Bayrische OLG (Az: 2ObOWi139/83). Sind Radwege nicht vorhanden oder nicht nutzbar, ist die Straße zu befahren – der Gehweg ist für erwachsene Radler immer tabu.

● Wo dürfen Kinder fahren?
Bis zum vollendeten achtem Lebensjahr immer auf dem Gehweg. Für Ältere erlaubt das Gesetz dies für weitere zwei Jahre. Sie dürfen aber ab acht Jahren selbst entscheiden, wann sie sich sicher genug für den Radweg oder die Straße fühlen. Für radelnde Eltern ist der Gehweg immer tabu. Sie müssen ihre Sprösslinge vom Radweg oder der Straße aus im Auge behalten.

Tipp: „Die Zeit zwischen dem achten und zehnten Lebensjahr sollten Eltern und Kinder nutzen, um auf wenig befahrenen Straßen zu trainieren“, so Cibulski.

● Darf ich über den Zebrastreifen fahren?
Wer über einen Zebrastreifen radelt, hat keinen Anspruch darauf, dass Autos ihm die Vorfahrt lassen. Dies ist aber Pflicht, wenn das Rad geschoben wird.

● Darf ich Musik hören?
Nur, wenn die Lautstärke das Gehör nicht beeinflusst. Welche Lautstärke das ist, muss jeder Radler selbst entscheiden. Wichtig: Man muss den Verkehr deutlich wahrnehmen, z.B. auf Sirenen reagieren können.

● Was bedeutet das Rechtsfahrgebot?
Das man rechts fährt, wie alle anderen Fahrzeuge auch (§ 2 Abs. 1 der StVO). Um jedoch nicht über Gullis zu schlittern oder in offene Türen zu fahren, gilt ein Abstand von 80 bis 100Zentimetern zum Fahrbahnrand und zu parkenden Autos als angemessen, entschieden verschiedene Gerichte, so der BGH (Az.VIZR66/56) und das LG Berlin (Az.24O466/95).

● Gibt es eine Helmpflicht?
Nein. Zieht man sich bei einem Unfall eine Kopfverletzung zu, darf die gegnerische Versicherung die Leistung nicht verweigern, weil man keinen Helm getragen hat, entschied das OLG Nürnberg (Az.3U2574/90).

● Welche Strafen drohen?
Über die rote Ampel fahren: mindestens 45-120 Euro. Handy am Ohr oder SMS schreiben: 25 Euro. Fahren ohne Licht in der Dunkelheit: 10 Euro, bei Unfall 35 Euro. Kind ohne Extra-Sitz: 5 Euro. Defekte Beleuchtung: 10-25 Euro. Fahren gegen die Einbahnstraße: 15-30 Euro.

Wichtig: Wer betrunken mit dem Rad einen Unfall verursacht, kann seinen Führerschein eingezogen bekommen.

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